„Wie in der Natur“? – Der Umgang mit kranken Fischen

AquariumEine der größten Unarten in der Aquaristik ist es für mich, wenn kranke oder gar tote Fische verfüttert werden. Das ist blanker Unsinn und bringt alle anderen Aquarienbewohner absolut unnötig in Gefahr!

Immer wieder höre ich, mir weise lächelnd entgegengebracht, das Argument: „In der Natur werden die kranken Fische doch auch gefressen.“Ja – und in der Natur sterben auch insgesamt mehr Fische als im Aquarium. Und in der Natur haben die Tiere meist ein Ökosystem von mehr als 60 oder 200 Litern zur Verfügung. Und übrigens: die wenigsten Fische würden in der Natur tatsächlich den Kadaver eines Artgenossen verspeisen.

Es hilft nichts: dass Fische krank sind, hat seinen Grund. Und dieser kann durchaus infektiöser Natur sein, mit der Beteiligung von Viren, Bakterien oder Parasiten.

Diese Infektionen sind in der Regel übertragbar. Eine sehr häufige Infektionseintrittspforte ist der Magen-Darm-Trakt, d.h. die Erreger werden mit dem Futter aufgenommen.

Insbesondere im Aquarium mit einer vergleichsweise hohen Besatzdichte ist es enorm gefährlich, kranke Fische zu verfüttern.

Für jeden Fischhalter und -pfleger ist die angesprochene Praxis absolut tabu. Fische sind keine Müllschlucker und sie sind es wert, gesund und ihren Bedürfnissen entsprechend ernährt zu werden. Die Tiere wissentlich einem Erkrankungsrisiko auszusetzen und damit Verluste bereits hinzunehmen, entspricht in keinster Weise dem Tierschutzgedanken. Gute aquaristische Praxis sieht anders aus.

Verendete Tiere sind fachgerecht zu entsorgen. Sehr wichtig ist die Klärung, weshalb die Tiere verstorben sind. Handelt es sich um einen absoluten Einzelfall oder gibt es ein Problem in einem Becken oder Filterkreislauf? DAS sind in meinen Augen die wirklich nützlichen Ansätze für den Umgang mit toten Fischen.

 

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