Wer will schon einen Plastikfreund???

Als Heim­tie­re gehal­te­ne Vögel wie zum Bei­spiel Wel­len­sit­ti­che sind sehr sozia­le Tie­re.

Daher hat es sich schon früh her­um­ge­spro­chen, dass die Tie­re min­des­tens einen Part­ner­vo­gel haben soll­ten. Dabei hat es sich ein­ge­bür­gert, dass oft­mals ein­fach­heits­hal­ber ein Plas­tik­vo­gel als Part­ner­er­satz ange­bo­ten wur­de.

Und sie­he da - es hat „funk­tio­niert“: Der Wel­len­sit­tich nahm Kon­takt auf zu sei­nem Plas­tik­freund. Er zwit­scher­te ihn an und füt­ter­te ihn sogar!

Was für die Tier­hal­ter damals aus­sah wie das gelun­ge­ne Glück­lich­ma­chen eines ein­zeln leben­den Vogels ist, wie man heu­te weiß, lei­der einer der größ­ten Feh­ler in der Wel­len­sit­tich­hal­tung:

Der Vogel merkt sehr wohl, dass der ange­zwit­scher­te Plas­tik­vo­gel nicht mit ihm kom­mu­ni­ziert. Er war­tet aber immer auf eine Ant­wort im Vogel­ge­spräch. Das „unhöf­li­che“ Ver­hal­ten des Plas­tik­vo­gels ver­stört und frus­triert den Vogel. In letz­ter Kon­se­quenz ent­steht Dau­er­stress, wel­cher der Gesund­heit des Tie­res scha­det.

Des­wei­te­ren kann es durch das begeis­ter­te Füt­tern des ver­meint­li­chen Vogel­freun­des zu bösen Fol­gen kom­men. Denn der Plas­tik­vo­gel reagiert auch nicht auf das Füt­tern. Also wird es freund­lich wie­der­holt und wie­der­holt. Zum oben beschrie­be­nen Frust für den Wel­len­sit­tich, der doch nur Freund­schaft schlie­ßen möch­te, kommt dann noch das Risi­ko einer bösen Kropf­ent­zün­dung hin­zu.

Die­sel­ben Mecha­nis­men wir­ken übri­gens auch beim eben­so ger­ne im Vogel­kä­fig ein­ge­setz­ten Spie­gel.

Dar­um gilt: in kei­nem Vogel­kä­fig hat heu­te mehr ein Plas­tik­vo­gel oder ein Spie­gel als Spiel­zeug eine Berech­ti­gung! Sie als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Ver­tre­ter des Zoo­fach­han­dels soll­ten der­ar­ti­ge Pro­duk­te weder anbie­ten noch prä­sen­tie­ren.

Bes­se­re Mög­lich­kei­ten der Beschäf­ti­gung für Zier­vö­gel gibt es inzwi­schen vie­le, meist auf der Basis von Natur­ma­te­ria­li­en.

An aller­ers­ter Stel­le steht jedoch ein ech­tes Part­ner­tier. So sehr sich der Mensch auch mit dem Vogel beschäf­ti­gen mag, einen wirk­li­chen Part­ner kann er nicht erset­zen.