Stress - Todesursache Nummer 1 im Aquarium

Todes­ur­sa­che Num­mer Eins in den Aqua­ri­en die­ser Welt - auch im Han­del - ist nicht etwa eine omi­nö­se gemei­ne Erkran­kung, son­dern schlicht und ergrei­fend… Stress.

Stress - das Wort wird in unse­rem Sprach­ge­brauch sehr schnell ver­wen­det, ins­be­son­de­re wenn es um Ter­min­flut, Arbeits­ab­läu­fe und psy­chi­schen Druck geht. Und zuneh­mend spricht man auch von Stress bei Tie­ren. Doch von was genau spre­chen wir in die­sem Zusam­men­hang?

Stress ist zunächst eine unspe­zi­fi­sche Reak­ti­on des Orga­nis­mus auf jede über­mä­ßi­ge Belas­tung. Und bei Zier­fi­schen kommt die­se Belas­tung in ers­ter Linie durch Hand­ling, Trans­port oder abwei­chen­de Was­ser­wer­te zustan­de.

Zunächst wird der Kör­per in einen Alarm­zu­stand ver­setzt, der ihn auf eine schnel­le Reak­ti­on (Flucht oder Kampf) ein­stellt.

Dabei wer­den ande­re Kör­per­funk­tio­nen zuguns­ten der lebens­ret­ten­den schnel­len Reak­ti­on ver­nach­läs­sigt.

Nach einer Wei­le bemüht sich der Kör­per, das phy­sio­lo­gi­sche Gleich­ge­wicht wie­der her­zu­stel­len, sich also zu erho­len. Dies dau­ert bereits nach einer sehr kur­zen Stö­rung meh­re­re Stun­den!

Grund­sätz­lich kann sich ein Fisch an dau­er­haft ver­än­der­te Bedin­gun­gen über einen län­ge­ren Zeit­raum anpas­sen, wenn auch ver­bun­den mit Ein­bu­ßen in der Vita­li­tät. Das bedeu­tet mög­li­cher­wei­se gestör­tes Wachs­tum, Ver­lus­te in der Fort­pflan­zung und eine ver­min­der­te Leis­tungs­fä­hig­keit des Immun­sys­tems. Für die Anpas­sung, wel­che etwa 4 bis 6 Wochen dau­ert, wird sehr viel Ener­gie ver­braucht, die dem Kör­per an ande­rer Stel­le fehlt. Klar, dass in der Zeit der Kör­per geschwächt ist und damit beson­ders anfäl­lig für Krank­hei­ten wird.

Noch schlim­mer sind sich stän­dig ändern­de Bedin­gun­gen oder dau­er­haft vor­han­de­ne Stress­aus­lö­ser. Sie kön­nen den Fisch sehr viel Ener­gie kos­ten und eine lebens­be­droh­li­che Situa­ti­on her­vor­ru­fen.

Damit dürf­te ein­mal mehr klar sein, wie wich­tig es ist, den Tie­ren in Aqua­ri­um und Teich dau­er­haft best­mög­li­che Umwelt­be­din­gun­gen zu schaf­fen.

Übri­gens: ein ame­ri­ka­ni­sches For­scher­team hat in einer Unter­su­chung gemes­sen, dass ein Fisch, der ein­mal für 10 Sekun­den mit dem Netz außer­halb des Was­sers gehal­ten wur­de, über 30 Tage (!) erhöh­te Stress­wer­te im Blut auf­wies! Es lohnt sich also, dar­über nach­zu­den­ken, was in Ihrer Anla­ge für die Fische opti­miert wer­den kann!