Notfälle in der Kleinsäugeranlage – und erste Maßnahmen im Fall des Falles?

In den letzten Blog-Beiträgen von pet-expertise wurde dargestellt, wie ein Notfallmanagement in der Kleinsäugeranlage aussehen sollte und wie man derartige Notfälle überhaupt erkennt.

In der Folge stellt sich die Frage: „Was tue ich, wenn…“?

Gleich vorweg gesagt: KEINE Erste-Hilfe-Maßnahme kann die Untersuchung durch einen Tierarzt ersetzen oder ersparen. Es kann immer nur darum gehen, den Transport zum Tierarzt vorzubereiten und in sehr dramatischen Fällen das Leben des Tieres bis dahin zu retten.

  • Ruhe bewahren ist das oberste Gebot. Hektik hilft keinem Tier weiter.
  • Der Transport sollte immer so schonend wie möglich erfolgen und das Tier so wenig wie möglich bewegt werden. Die Lagerung soll weich erfolgen, also die Transportbox lieber noch mit einem Handtuch mehr auskleiden als sonst.
  • Sie vermuten einen Schockzustand, das Tier ist unterkühlt: das. Tier wird sachte gewärmt, beispielsweise mit einer Decke oder mittels einer Wärmflasche oder einem Wärmekissen.
  • Offene Wunden: Verschmutzungen können mit lauwarmer NaCl-Lösung abgespült werden. Aber verlieren Sie nicht allzuviel Zeit mit solchen Maßnahmen. Decken Sie die Wunde mit einem sauberen und noch besser mit einem sterilen Tuch ab, damit kein weiterer Schmutz hineinkommt, während das Tier zum Tierarzt gebracht wird. Dafür sollten Sie immer einen kleinen Verbandskasten vorrätig haben.

Nicht jeder Notfall ist gleich dringend. Hier ein paar zeitliche Richtwerte:

  • Eine Behandlung innerhalb von MINUTEN ist erforderlich bei starken Blutungen. Hier können Sie einen Druckverband anlegen, das Tier muss auf dem schnellsten Wege zum Tierarzt.
  • Innerhalb einer STUNDE müssen Tiere tierärztlich untersucht werden, wenn schwere Atemnot besteht oder wenn Sie Schocksymptome erkennen. Auch Vergiftungen und schwere Aufblähungen sind lebensbedrohliche Notfälle.
  • Bis zur regulären SPRECHSTUNDE des Tierarztes, nie aber länger als 24 Stunden, kann man gegebenenfalls warten bei kleineren Verletzungen, Verweigerung der Futteraufnahme, sowie Infektionen ohne die oben beschriebenen Alarmzeichen.

Achtung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie schwer die Symptome sind, entscheiden Sie sich auf jeden Fall für das sofortige Hinzuziehen eines Tierarztes! Wenn Sie diesen telefonisch kontaktieren, bevor Sie sich auf den Weg machen, können Sie erste Schritte zur Versorgung des kranken Tieres bereits abklären.

Tiere zeigen Schmerzen und Leiden nicht immer eindeutig. Seien Sie sich dessen im Interesse Ihrer Schützlinge immer bewusst und verzichten Sie nicht auf tierärztliche Behandlungen.

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