Fischfütterung - ganz easy? Wann und wie oft wird eigentlich gefüttert?

Frü­her emp­fand ich bei der Bege­hung einer Fisch­ver­kaufs­an­la­ge die Fra­ge nach der Füt­te­rung immer als ein wenig unnö­tig - Füt­te­rung von Fischen, das ist doch eine Grund­la­ge, das bekommt doch jeder hin. Danach zu fra­gen, erschien mir schon fast unver­schämt.

Inzwi­schen den­ke ich hier­über ganz anders. Eini­ge Ereig­nis­se haben mich eines bes­se­ren belehrt: Bei der Füt­te­rung von Aqua­ri­en­fi­schen kön­nen sehr leicht Feh­ler gemacht wer­den. Und die­se wir­ken sich oft­mals fatal aus.Flockenfutter

Eines der größ­ten Miss­ver­ständ­nis­se besteht bereits dar­in, wie OFT und WANN die Fische in der Anla­ge gefüt­tert wer­den.

In der Kun­den­be­ra­tung bedient man sich oft der Aus­sa­ge, dass ein Fas­ten­tag in der Woche den Aqua­ri­en­be­woh­nern gar nicht scha­de. Das ist soweit auch rich­tig, wenn man die Aus­sa­ge auf aus­ge­wach­se­ne Fische in einer Pri­vat­hal­tung bezieht.

Im Zoo­fach­han­del befin­den wir uns jedoch in einer grund­le­gend ande­ren Situa­ti­on. Zum einen han­delt es sich fast aus­nahms­los um jun­ge, nicht aus­ge­wach­se­ne Fische. Zum ande­ren wer­den sie unter ganz ande­ren Bedin­gun­gen gehal­ten. Das bedeu­tet: wir haben es mit einer höhe­ren Besatz­dich­te im Was­ser­vo­lu­men zu tun. Es wer­den stän­dig Fische her­aus­ge­fan­gen und neu ein­ge­setzt. Stö­run­gen für die Tie­re sind all­ge­mein häu­fi­ger als in der pri­va­ten Aqua­ri­en­hal­tung, allein durch Bewe­gun­gen vor der Anla­ge durch Kun­den und Mit­ar­bei­ter.

Das lässt schon ver­mu­ten, dass eine Aus­sa­ge, wie sie für die pri­va­te Hal­tung getrof­fen wird, hier nicht zutref­fen kann.

Im Zoo­fach­han­del soll­ten die Fische idea­ler­wei­se drei­mal täg­lich gefüt­tert wer­den. Das wird in den wenigs­ten Märk­ten, die ich ken­ne, auch durch­ge­führt. Klar ist aber: zwei­mal täg­lich füt­tern ist schon deut­lich bes­ser als ein­mal!

In eini­gen Anla­gen konn­ten wir so sogar die Ver­lus­tra­ten deut­lich ver­rin­gern. Die Fische sind ein­fach vita­ler und wider­stands­fä­hi­ger, wenn sie gut genährt sind und alle Mine­ral­stof­fe und Vit­ami­ne aus­rei­chend zur Ver­fü­gung haben.

Die ers­te Füt­te­rung bie­tet sich bei der mor­gend­li­chen Kon­trol­le an. So haben wir die Sicher­heit, dass die Tie­re fit sind und wir kön­nen ihr Ver­hal­ten und ihren All­ge­mein­zu­stand leich­ter beur­tei­len als ohne Füt­te­rung.

Eine zwei­te Füt­te­rung könn­te um die Mit­tags­zeit statt­fin­den. Die drit­te Füt­te­rung fin­det dann abends statt, das hat den Vor­teil, dass auch die nacht­ak­ti­ven Tie­re lang­sam her­aus­kom­men und sich ihren Anteil holen kön­nen.

Kei­ne Sor­ge! Wenn die all­ge­mei­ne Regel ein­ge­hal­ten wird, dass ´hoch­wer­ti­ges Fut­ter ver­wen­det wird und nur so viel gege­ben wird, wie in zwei Minu­ten von den Fischen rest­los auf­ge­nom­men wer­den kann, besteht auch kei­ne Gefahr der über­mä­ßi­gen Was­ser­be­las­tung. Und dass die Tie­re auf­grund zu erwar­ten­der Was­ser­pfle­ge extra kurz gehal­ten wer­den, wider­sprä­che jedem Tier­schutz­ge­dan­ken und wird hof­fent­lich auch nie ange­dacht.

Immer wie­der wird berich­tet, dass die Tie­re nur abends gefüt­tert wer­den, damit ihre Aus­schei­dun­gen nicht das Trans­port­was­ser belas­ten. Das ist für den Groß­han­del eine sehr sinn­vol­le Metho­de. Aber in Ihrer Anla­ge alle Fische hun­gern las­sen, weil ein paar Fische ver­kauft wer­den? Dafür sind dann auch die zu erwar­ten­den Trans­port­zei­ten zum Kun­den nach Hau­se zu gering. In der Regel lau­ern hier kei­ne so gro­ßen Pro­ble­me, wie wenn die Fische unter­ernährt sind.

Sie haben Fra­gen zur Füt­te­rung Ihrer Fische in der Ver­kaufs­an­la­ge? Pet-exper­ti­se berät Sie ger­ne.

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