Einsteigertiere“ in der Terraristik

Immer wie­der wird dis­ku­tiert, wel­che Ter­ra­ri­en­tie­re denn nun als Ein­stei­ger­tie­re emp­foh­len wer­den kön­nen. Die Fra­ge ist berech­tigt - denn im Zoo­fach­han­del (außer sehr spe­zia­li­sier­ten Fach­ge­schäf­ten) haben wir es tat­säch­lich meist mit Hob­by-Ein­stei­gern zu tun.

Auf­grund ver­schie­de­ner Erfah­rungs­wer­te wer­den die Kri­te­ri­en für „Anfän­ger­tie­re“ oft sehr unter­schied­lich bewer­tet. Eine klei­ne Hil­fe kön­nen die fol­gen­den Aspek­te sein.

  • Anfän­ger ist nicht gleich Anfän­ger. Jedoch ist die Anschaf­fung eines neu­en Tie­res immer auf­re­gend und es tre­ten zwangs­läu­fig neue und unvor­her­ge­se­he­ne Situa­tio­nen ein, die den Tier­hal­ter unter Stress set­zen. Das beginnt mit Bedie­nung und/ oder Aus­fall der Tech­nik und geht wei­ter mit dem unge­wohn­ten Ver­hal­ten der Tie­re: „ist es eigent­lich nor­mal, wenn…?“. Daher soll­te der Ein­stieg ins Hob­by mög­lichst sim­pel erfol­gen, um Erfolgs­er­leb­nis­se und ein gutes Gefühl mit der Hal­tung von Ter­ra­ri­en­tie­ren ver­bin­den zu kön­nen. Sol­che zufrie­de­nen und unge­stress­ten Kun­den wer­den blei­ben und sich irgend­wann auch wei­te­re Tie­re anschaf­fen oder sich an auf­wän­di­ge­re Tech­nik wagen.
  • Die Anfor­de­run­gen des Tie­res an das Kli­ma soll­ten im Ter­ra­ri­um gut dar­stell­bar sein. Tie­re, die zum Bei­spiel eine zuver­läs­si­ge und star­ke Nacht­ab­sen­kung benö­ti­gen, sind eher kei­ne Anfän­ger­tie­re.
  • Die Tie­re soll­ten ein­fach zu ernäh­ren sein. Die Anschaf­fung eines Fut­ter­spe­zia­lis­ten oder bekann­ter­ma­ßen mäke­li­ger Tie­re emp­fiehlt sich für den Anfän­ger gar nicht.
  • Der Kun­de soll­te wis­sen, was er möch­te. Was erwar­tet der Kun­de von sei­nem neu­en Tier? Soll es sich bewe­gen und span­nen­de Beob­ach­tun­gen ermög­li­chen? Soll es tagak­tiv sein? Muss es ein Rep­til oder Amphib sein oder kom­men mög­li­cher­wei­se auch Tie­re aus dem Reich der Wir­bel­lo­sen in Fra­ge?
  • Der Platz­be­darf allein muss nicht von vorn­her­ein Aus­schluss­kri­te­ri­um für ein Anfän­ger­tier sein. Wenn der Kun­de den Platz zuver­läs­sig zur Ver­fü­gung stel­len kann und will, ist ja alles in Ord­nung. Aller­dings muss hier eine auf­rich­ti­ge Bera­tung erfol­gen. Zum Bei­spiel sind Kun­den oft ver­är­gert, wenn sie erfah­ren, dass das klei­ne Ter­ra­ri­um, das sie für ihr Jung­tier erwor­ben haben, mit dem Wachs­tum des Tie­res durch ein wesent­lich grö­ße­res Becken ersetzt wer­den muss. Oder noch schlim­mer: wenn sie es gar nicht erfah­ren oder nicht ernst­neh­men und das Tier zeit­le­bens in einem zu klei­nen Ter­ra­ri­um fris­tet. Das darf nicht pas­sie­ren!
  • Das Hand­ling der Tie­re soll­te mög­lichst ein­fach sein. Arten, die für ein gewis­ses aggres­si­ves Ver­hal­ten oder für ihre Schreck­haf­tig­keit bekannt sind, kom­men nicht in Fra­ge. Und gefähr­lich gif­ti­ge Tie­re sowie­so nicht.

Ich weiß, dass vie­le Mit­ar­bei­ter im Zoo­fach­han­del das oft­mals als öde und lang­wei­lig emp­fin­den und auf­grund ihrer eige­nen fort­ge­schrit­te­nen Erfah­rung mit der Tier­hal­tung lie­ber ein „span­nen­de­res“, anspruchs­vol­le­res Tier ver­mit­teln wür­den.

Aber im Gegen­teil: Gera­de eine gute Bera­tung für die „ein­fa­chen“ Tie­re macht Sie erfolg­reich! Hier legen Sie den Grund­stein für ein neu­es Hob­by.

Ich kann nur wie­der­ho­len: Geduld lohnt sich! Über­for­dern Sie Ihre Kun­den nicht. Wenn sie mit dem ers­ten Tier oder den ers­ten Tie­ren nicht über­for­dert sind, wer­den sie sich wei­ter mit dem Hob­by beschäf­ti­gen. Und wenn sie einen kom­pe­ten­ten Ansprech­part­ner sei­nes Ver­trau­ens bei Ihnen im Markt haben, dann ist das nahe­zu unbe­zahl­bar!