Die Temperatur im Terrarium

Reptilien und Amphibien sind wechselwarme Tiere. Bei ihnen wird nicht, wie bei Säugetieren, die optimale Körpertemperatur durch Stoffwechselvorgänge erhalten, sondern sie sind auf ihre Umgebungstemperaturen angewiesen. Sind diese nicht optimal, drohen gesundheitliche Gefahren.So funktionieren Vorgänge wie Futteraufnahme und Verdauung nicht, wenn die Temperatur zu niedrig ist. Auch das Sozialverhalten kann infolge nicht-optimaler Temperaturwerte gestört sein.

In der Natur werden die Tiere immer wieder beobachtet, wie sie durch das abwechselnde Aufsuchen wärmerer, sonnenbeschienener und dann wieder kühlerer, schattigerer Plätze ihr Temperaturoptimum einstellen.

Für die Haltung im Terrarium bedeutet das: auch hier müssen unterschiedliche Temperaturzonen geschaffen werden. Das gelingt umso besser, je größer das Becken ist. Gemessen werden darf dabei nicht nur die Lufttemperatur (am besten an unterschiedlichen Stellen), sondern auch die Temperatur am Boden und an Oberflächen wie Steinen spielt eine Rolle.

Bei den meisten Arten, insbesondere bei Wüstenbewohnern, werden besondere Sonnenplätze mit einer massiv höheren Temperatur als im Rest des Terrariums benötigt.

Gleichzeitig kann nachts eine deutliche Temperaturabsenkung erforderlich sein, damit sich die Tiere wohlfühlen und ihren Lebensrhythmus aus leben können.

Desweiteren verbinden die Tiere die Wärmeaufnahme in der Regel mit dem Sonnenlicht, daher sollte ein entsprechender Wärme-abgebender Lichtstrahler angeboten werden. Dort, wo die Wärme dann auftrifft, sollte genügend Platz für die Tiere sein, genügend Sonne zu tanken. Rückzugshöhlen sollten nicht unbedingt direkt im Wärmekegel platziert sein, denn auch in der Natur würde man davon ausgehen, dass es in der Rückzugsmöglichkeit kühler ist.

Viele Reptilien nehmen Sonnenlicht übrigens nicht nur mit den Augen wahr, sondern mit einem zusätzlichen Sinnesorgan, welches oft als „drittes Auge“ bezeichnet wird. Es befindet sich im Stirnbereich der Tiere.

Die Temperatur in Verkaufsterrarien sollte, ebenso wie die Luftfeuchtigkeit, mehrmals täglich überprüft werden, da falsche Werte sehr schnell Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit der Tiere haben können. Stellen Sie auch sicher, dass die gewünschten Absenkungswerte nachts wirklich erreicht werden.