Der Tag-Nacht-Rhythmus

Alarm clockIn der Klein­säu­ger­hal­tung, ins­be­son­de­re natür­lich auch im Zoo­fach­han­del, ist es in der Regel erfor­der­lich, den Tie­ren einen Tag-Nacht-Rhyth­mus zu bie­ten. Die­ser beinhal­tet etwa 10 bis 14 zusam­men­hän­gen­de Stun­den des Tages eine Beleuch­tung mit einer kur­zen Däm­me­rungs­pha­se, den Rest der Zeit Dun­kel­heit. War­um ist das so?Auch Tie­re unter­lie­gen einer soge­nann­ten zir­ka­dia­nen Rhyth­mik, also einem Tag-Nacht-Rhyth­mus. Die „inne­re Uhr“ steu­ert dabei wich­ti­ge Vor­gän­ge, zum Bei­spiel Schlaf- und Wach­pha­sen, Fort­pflan­zungs­vor­gän­ge, Hor­mon­pro­duk­ti­on und vie­les mehr.

Eine Schlüs­sel­funk­ti­on kommt hier­bei dem Hor­mon Mela­to­nin zu. Es wird im Dun­keln von der Zir­bel­drü­se im Gehirn aus­ge­schüt­tet und wirkt schlaf­för­dernd.

Das funk­tio­niert aber nur, wenn es tat­säch­lich dun­kel wird, sonst wer­den die ablau­fen­den Mecha­nis­men gestört.

So ist zum Bei­spiel bekannt, dass Hams­ter, die über den Zeit­raum weni­ger Wochen nicht in wirk­li­cher Dun­kel­heit schla­fen kön­nen, son­dern in Däm­mer­licht, depres­si­ons­ar­ti­ge Erschei­nun­gen zei­gen. Die­se sind glück­li­cher­wei­se rever­si­bel, das heißt sie kön­nen unter opti­mier­ten Lebens­be­din­gun­gen wie­der auf­ge­ho­ben wer­den.

Was bedeu­tet das nun kon­kret für die Klein­säu­ger­hal­tung im Zoo­fach­han­del?

  • Die Tie­re müs­sen Schlaf­häus­chen und Rück­zugs­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung haben, inner­halb derer es wirk­lich dun­kel wird. Trans­pa­ren­te Plas­tik­häus­chen oder -röh­ren rei­chen in der Regel nicht aus. Ein ver­schließ­ba­rer Ein­gang gehört dazu. Dazu soll­te Nist­ma­te­ri­al, zum Bei­spiel Heu, ange­bo­ten wer­den.
  • Die Beleuch­tung bei den Tie­ren soll­te grund­sätz­lich ange­mes­sen sein. Der Hams­ter, bekann­ter­ma­ßen nacht­ak­tiv, muss tags­über nicht in einem kom­plett hell aus­ge­leuch­te­ten Gehe­ge prä­sen­tiert wer­den. Eine gedämpf­te Beleuch­tung reicht aus.
  • Was ist nachts in Ihrem Laden an Beleuch­tung gebo­ten? Über eine schwa­che Ori­en­tie­rungs­leuch­te soll­te das Licht in einem tier­füh­ren­den Markt nachts nicht hin­aus­ge­hen. Das gilt ins­be­son­de­re, wenn auch Vögel und Fische gehal­ten wer­den, denen in der Regel kei­ne kom­plett licht­dich­ten Rück­zugs­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen.

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