Notfälle in der Kleinsäugeranlage - und wie damit umgehen?

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreu­en hat, muss das Tier sei­ner Art und sei­nen Bedürf­nis­sen ent­spre­chend ange­mes­sen ernäh­ren, pfle­gen und ver­hal­tens­ge­recht unter­brin­gen, (…) muss über die für eine ange­mes­se­ne Ernäh­rung, Pfle­ge und ver­hal­tens­ge­rech­te Unter­brin­gung des Tie­res erfor­der­li­chen Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten ver­fü­gen.“

Die­sen berühm­ten Satz aus dem Tier­schutz­ge­setz kennt (hof­fent­lich) jeder Mit­ar­bei­ter im Zoo­fach­han­del.

Zur Pfle­ge gehört auch das Ver­sor­gen der Tie­re bei Krank­heit oder Ver­let­zung.

Daher wun­dert es mich, wie plötz­lich erkrank­te Tie­re ihre Pfle­ger immer wie­der vor schein­bar unlös­ba­re Auf­ga­ben stel­len.

Es ist nicht unge­wöhn­lich: genau wie Men­schen wer­den auch Tie­re krank - und das auch zu unpas­sen­den Tages­zei­ten und am Wochen­en­de oder an Fei­er­ta­gen.

Es scheint tri­vi­al, ist es in der Pra­xis aber nicht: jeder Mit­ar­bei­ter, der an der Pfle­ge der Tie­re in einem Markt betei­ligt ist, muss den Gesund­heits­zu­stand der Tie­re beur­tei­len kön­nen.

Das Mini­mum in einer ver­nünf­ti­gen Tier­hal­tung ist, die Kon­takt­da­ten eines geeig­ne­ten Tier­arz­tes bereit­zu­hal­ten. Die­ser kann zu jeder Tages- und Nacht­zeit kon­tak­tiert wer­den. Und wenn er nicht selbst erreich­bar ist, wird auf dem Anruf­be­ant­wor­ter an eine Pra­xis oder Kli­nik ver­wie­sen, wel­che Not­dienst hat.

Auch wenn es gera­de nicht in unse­ren Dienst­plan passt - in der Pra­xis zeigt sich oft, dass der dienst­ha­ben­de Tier­arzt auf­grund wei­te­rer Not­fall­be­hand­lun­gen nicht in den Markt kom­men kann. Dann muss ein Mit­ar­bei­ter mit dem Tier dort­hin fah­ren.

Wie könn­te über­haupt dar­über nach­ge­dacht wer­den, ein lei­den­des Tier sich selbst zu über­las­sen, „bis es bes­ser passt“?

Bit­te prü­fen Sie für Ihren Betrieb regel­mä­ßig:

  • ob alle Mit­a­bei­ter Krank­heits­zei­chen an den Tie­ren erken­nen kön­nen,
  • ob die tier­ärzt­li­chen Kon­takt­da­ten aktu­ell sind,
  • ob alle Mit­ar­bei­ter wis­sen, wo sie die­se fin­den und
  • ob alle Mit­ar­bei­ter wis­sen, wie sie sich in einem Not­fall ver­hal­ten (wer wird infor­miert, wer ist ver­ant­wort­lich, wer trifft Ent­schei­dun­gen usw.)

Bei der Erstel­lung sol­cher und ande­rer inner­be­trieb­li­cher Orga­ni­sa­ti­ons­ab­läu­fe unter­stützt pet-exper­ti­se Sie ger­ne!

A wie Auge - Das Sehvermögen von Kleinsäugern

Der Seh­sinn von Klein­säu­gern ist bei den übli­chen als Heim­tie­ren gehal­te­nen Arten nicht beson­ders gut ent­wi­ckelt. Den­noch lohnt es sich, ein­mal dar­über nach­zu­den­ken, wie die­se Tie­re die Welt um sich her­um mit Hil­fe ihrer Augen wahr­neh­men.

In der Regel haben die Tie­re wie Maus, Rat­te, Hams­ter zwar einen „Rund­um­blick“ (oder zumin­dest fast), sie sehen aber kaum räum­lich. Das bedeu­tet, die Ein­schät­zung, wie weit ein Gegen­stand oder ein ande­res Lebe­we­sen ent­fernt ist, muss auf ande­rem Wege statt­fin­den - sehen kön­nen es die Tie­re nicht gut. Ins­ge­samt sehen Heim­tier-Klein­säu­ger eher unscharf, ver­gleich­bar einem kurz­sich­ti­gen Men­schen.

Was jedoch bei Flucht­tie­ren gene­rell gut wahr­ge­nom­men wird, sind schnel­le Bewe­gun­gen, ins­be­son­de­re von oben. Daher soll­te auf sol­che im Hand­ling ver­zich­tet wer­den, es emp­fiehlt sich immer, mit den Tie­ren ruhig umzu­ge­hen und vor der Kon­takt­auf­nah­me lei­se mit ihnen zu spre­chen. Die Tie­re soll­ten nie von oben gegrif­fen wer­den - das kommt dem Fan­gen durch einen natür­li­chen Feind zu nahe und ver­setzt die Tie­re in Angst und Schre­cken. Auch, wenn man ihnen das nicht ansieht.

Das Far­ben­se­hen bei Klein­säu­gern ist unter­schied­lich aus­ge­prägt. In den meis­ten Fäl­len dürf­te es ver­gleich­bar mit dem eines Rot-Grün-blin­den Men­schen sein - also nicht ganz so bunt wie bei uns Men­schen. Man weiß, dass zum Bei­spiel Rat­ten und Mäu­se Rot­tö­ne nicht wahr­neh­men kön­nen. Dies wird in man­chen Tier­hal­tun­gen, u.a. in Zoos, dazu genutzt, nacht­ak­ti­ve Tie­re beob­ach­ten zu kön­nen. Der Mensch nimmt das Rot­licht wahr und kann die Tie­re sehen. Die betref­fen­den Tie­re jedoch füh­len sich sicher, weil für sie dunk­le Nacht herrscht.

Eben­so ist bekannt, dass eini­ge Klein­säu­ger, dar­un­ter auch die tagak­ti­ven Degus, UV-Licht wahr­neh­men kön­nen. Aller­dings: Wel­che Kon­se­quen­zen dies für die Hal­tung die­ser Tie­re hat, ist noch nicht abschlie­ßend unter­sucht.

Es ist also noch lan­ge nicht alles Wis­sen zum The­ma Klein­säu­ger­hal­tung wirk­lich erforscht und es gibt noch viel zu ent­de­cken!

Stereotypien vermeiden bei Rennmäusen

Renn­mäu­se erfreu­en sich gro­ßer Beliebt­heit als Haus­tie­re. Vie­len Hal­tern gefällt, dass die Tie­re sozi­al in Grup­pen leben und durch ihre Akti­vi­tät und Inter­ak­tio­nen auch tags­über inter­es­san­te und abwechs­lungs­rei­che Beob­ach­tun­gen ermög­li­chen.

Dabei fällt es lei­der immer noch oft auf, dass die Tie­re zu Ste­reo­ty­pi­en nei­gen. Sie gra­ben dann bevor­zugt in den Käfi­g­e­cken und las­sen sich durch nichts und nie­man­den davon abbrin­gen. wei­ter­le­sen

Das Märchen von der Zahnabnutzung

Es stimmt: die Nage­zäh­ne von Kanin­chen und Meer­schwein­chen wach­sen zeit­le­bens nach, etwa 2 bis 3 mm pro Woche. Die­se Län­ge muss natür­lich auch pro Woche abge­rie­ben wer­den. Wenn die Zäh­ne zu lang wer­den, kommt es zu äußerst schmerz­haf­ten Ver­let­zun­gen in der Mund­höh­le. Die Tie­re kön­nen nicht mehr fres­sen und sind schwer­krank.

Dabei ist eine wirk­sa­me Vor­beu­gung hier sehr ein­fach. wei­ter­le­sen

Der pet-expertise-Blog für den Zoofachhandel

Unter www.pet-expertise.de fin­den Sie einen Blog, der in regel­mä­ßi­gen Abstän­den Wis­sens­wer­tes und Aktu­el­les aus den zoo­han­dels­re­le­van­ten Tier­be­rei­chen ver­mit­telt.

Der Blog rich­tet sich inhalt­lich an alle Men­schen, die im Zoo­fach­han­del arbei­ten, ins­be­son­de­re in tier­füh­ren­den Märk­ten.

Sie tra­gen jeden Tag eine gro­ße Ver­ant­wor­tung für Ihre Tie­re im Markt und ich freue mich, wenn ich auf­grund mei­ner lang­jäh­ri­gen Berufs­er­fah­rung als tier­ärzt­li­che Bera­te­rin im Zoo­fach­han­del mei­nen Bei­trag dazu leis­ten kann, Sie bei der Auf­fri­schung und Erwei­te­rung Ihres Fach­wis­sens zu beglei­ten. wei­ter­le­sen