Aquaristik von A bis Z – Dornauge

Das Gefleckte Dornauge (Pangio kuhlii) ist mit seiner schlangenartigen Körperform ein wahrer Hingucker im Aquarium. Obwohl gemeinhin einfach zu halten, gibt es doch ein paar Besonderheiten zu beachten. weiterlesen

Fische einsetzen – gibt es die reine Wahrheit?

Blue guppy fish. Poecilia reticulataJe nach Größe einer Aquaristikverkaufsanlage werden einmal in der Woche oder öfter neue Fische eingesetzt. Und da scheiden sich schon die Geister. Wie genau werden denn Fische eingesetzt? Einfach kurzer Temperaturangleich, dann Augen zu und durch, also Tüte auf und rein? Oder doch lieber über mehrere Stunden mit der Tröpfchenmethode unter peinlichster Vermeidung des Eintrags von Transportwasser? weiterlesen

„Wie in der Natur“? – Der Umgang mit kranken Fischen

AquariumEine der größten Unarten in der Aquaristik ist es für mich, wenn kranke oder gar tote Fische verfüttert werden. Das ist blanker Unsinn und bringt alle anderen Aquarienbewohner absolut unnötig in Gefahr!

Immer wieder höre ich, mir weise lächelnd entgegengebracht, das Argument: „In der Natur werden die kranken Fische doch auch gefressen.“ weiterlesen

Der Schau-Aquarien-Check

Immer wieder wird die positive Wirkung von Schauaquarien beschworen. Der Kunde muss sehen, wie toll Aquarien aussehen und richtig Lust auf die Aquaristik bekommen. Inspiration heißt das Zauberwort. Unbestritten gibt es diese positive Wirkung von Schauaquarien. Was es zu beachten gibt, damit der Plan wirklich aufgeht, verrät Ihnen pet-expertise hier. weiterlesen

Fischfütterung – ganz easy? Wann und wie oft wird eigentlich gefüttert?

Früher empfand ich bei der Begehung einer Fischverkaufsanlage die Frage nach der Fütterung immer als ein wenig unnötig – Fütterung von Fischen, das ist doch eine Grundlage, das bekommt doch jeder hin. Danach zu fragen, erschien mir schon fast unverschämt.

Inzwischen denke ich hierüber ganz anders. Einige Ereignisse haben mich eines besseren belehrt: Bei der Fütterung von Aquarienfischen können sehr leicht Fehler gemacht werden. Und diese wirken sich oftmals fatal aus.Flockenfutter weiterlesen

Aquaristik von A bis Z – die Brokatbarbe

Bei der Brokatbarbe handelt es sich um die gelbliche Zuchtform der Messingbarbe (Puntius semifasciolatus). Die Tiere stammen ursprünglich aus China. Sie sind gut geeignet für Aquaristik-Anfänger und ein echter Hingucker im Aquarium.

Dazu kommt ihre Schwimmfreudigkeit und Neugier. Ein Becken mit 100 cm Kantenlänge sollt es daher für sie schon sein. Die Brokatbarbe lebt nicht allein. Aus 10 Tieren sollte eine Gruppe mindestens bestehen. Es wird über eine Körperlänge von 7 cm und mehr berichtet, in der Regel bleiben die Tiere jedoch mit etwa 4 cm eher kleiner.

Bewohnt werden die mittleren und unteren Wasserschichten. Die Tiere gründeln gern, daher ist der Bodengrund idealerweise sehr feinkörnig bzw. es gibt eine Gründelecke mit sandigem Boden.

Ansonsten sind die Tiere unkomplizierte Allesfresser. Die Zugabe pflanzlicher Nahrung empfiehlt sich. Dadurch könnte auch das Risiko vermindert werden, dass die Tiere an die Pflanzen im Aquarium gehen. Grundsätzlich fühlen sie sich in dichter bepflanzten Becken sehr wohl.

Das Aquarienwasser muss, wie bei jedem Aquarienbewohner, eine gute Qualität haben, die Tiere leben gut bei einem pH-Wert von 6 bis 7,5 und bei bis zu 20°dGH. Es darf auch etwas kühler sein als bei vielen anderen Arten, 18 bis 24 Grad Celsius sind gut geeignet. Das muss bei der Vergesellschaftung mit anderen Arten, die insgesamt ebenfalls als unproblematisch angesehen werden kann, beachtet werden.

Haben Messing- und/oder Brokatbarbe auch in Ihrer Anlage einen Platz?

Aquaristik von A bis Z – Amanogarnele

Ihr Ruf eilt ihr voraus: die Amanogarnele gilt oft als „Algenpolizei“. Um sie zu sehen, muss man trotz ihrer Größe von etwa 5 cm schon genau hinschauen. In der Tat weidet sie gerne Bewuchs im Aquarium, zum Beispiel auf Pflanzenblättern, ab. Auch Fadenalgen werden munter verputzt.

Doch Achtung: besteht ein manifestes Algenproblem, muss die Ursache für den Algenwuchs ergründet und beseitigt werden. Die Garnelen können nur in begrenztem Rahmen (und in entsprechender Anzahl) die gepflegte Optik eines Beckens aufrechterhalten.

Ansonsten sind sie recht unkomplizierte Pfleglinge, die außer einer guten Wasserqualität mit ausreichend Sauerstoff nicht viele Ansprüche stellen. Halten sollte man sie in ausreichender Stückzahl, oft werden mindestens 10 Tiere empfohlen, dies insbesondere, um sie im Becken auch sehen zu können, da sie sich gern verstecken und ja ohnehin fast durchsichtig sind.

Verstecke aus allerlei Naturmaterialien, dazu gehören auch Pflanzen,  werden gerne angenommen und sind für die Häutungsphasen außerordentlich wichtig.

Schnellwachsende, feinblättrige Pflanzen wie z.B. Wasserpest, Hornkraut oder Javamoos sind der Hit im Garnelenbecken: neben der Tatsache, dass sie dem Wasser beim Wachstum Nitrat entziehen, findet sich hier viel Substrat zum Abweiden für die Garnelen.

Als Bodengrund eignen sich feiner Kies oder gar Sand, leichte Strömung im Becken wird gerne angenommen.

Auf dem Speiseplan der Amanogarnelen steht so ziemlich alles – inklusive Frostfutter. Im Gesellschaftsbecken brauchen die Tiere daher nicht extra gefüttert zu werden, sie finden genügend Reste. Grundsätzlich gilt: Abwechslung ist alles!

Apropos Gesellschaftsbecken: Amanogarnelen passen gut in Gesellschaftsbecken. Nur bei besonders großen oder hektischen Mitbewohnern ist ihr Wohlbefinden beeinträchtigt und sie verstecken sich. Auch Skalare, Diskus und Barsche sind als Gesellschafter NICHT zu empfehlen.

Und wenn es keinen Amano-Nachwuchs gibt? Nicht wundern, denn die Larven benötigen zur Entwicklung Meer- oder Brackwasser. Eine Nachzucht ist möglich, aber eben auch ein wenig aufwendiger.

Fische – Stress erfolgreich vermeiden und Haltung optimieren

Bereits mehrere Blog-Beiträge beschäftigten sich mit dem wichtigen Thema „Stress bei Fischen“. Sie haben sich sicher bereits Gedanken gemacht, welche Aspekte in Ihrer Verkaufsanlage optimiert werden könnten.

Hier nun zusammengefasst einige Expertentips, die Ihnen dabei weiterhelfen können:

  • Grundlage ist das profunde Wissen über Fischbiologie und die Bedürfnisse Ihrer Pfleglinge. Hier ist es KEINE Schande, zu bekennen, dass das eigene Wissen erweiterungsfähig ist. Es ist nur ein Fehler, dies NICHT zu tun!
  • Im Sinne Ihrer Kunden können Sie sich mit weniger stressempfindlichen Arten befassen und diese gezielt in der Verkaufsanlage anbieten.
  • Das Monitoring der grundlegenden Wasserwerte bietet die Möglichkeit, Veränderungen zu erkennen und entsprechend agieren zu können. So werden größere Abweichungen und damit einhergehende Probleme frühzeitig erkannt bzw. vermieden.
  • Eine ausgewogene Ernährung der Fische sollte im Mittelpunkt stehen. Aus vielerlei Gründen lohnt es sich, dabei Sorgfalt walten zu lassen.
  • Krankheitsanzeichen müssen frühzeitig erkannt werden. Dazu gehört die regelmäßige Gesundheitskontrolle der Fische in allen(!) Becken.
  • Krankheiten müssen fachkundig behandelt werden. Auch wenn eine symptomatische Behandlung in einigen Fällen Sinn machen kann, muss das Mittel der Wahl passend angewendet werden. Fehler bei der Anwendung können den Stress der Fische verstärken und somit selbst zur Todesursache werden! Symptomatische Behandlung bedeutet, dass keine exakte Diagnose gestellt wurde und lediglich sichtbare Veränderungen behandelt werden, z.B. Schleimhautschädigungen. Der Erreger oder die Ursache werden hierbei NICHT bekämpft.
  • Ein vernünftiges Hygienemanagement muss durchgeführt werden, z.B. mittels Kescherdesinfektion. Die konsequente Verwendung eigener Utensilien für jeden Filterkreislauf ist essentiell.
  • Das Handling der Fische erfolgt schonend, insbesondere die Fangmethoden sind gut geübt. Nicht so versierte Mitarbeiter werden von den Kollegen geschult. Das nimmt ein paarmal kurz Zeit in Anspruch, lohnt sich aber sehr schnell!
  • Und es gibt noch viele andere Möglichkeiten…

Welche Maßnahmen haben in Ihrer Anlage bisher den besten Erfolg gezeigt?

Übrigens: Wenn sie Interesse an einem ausgefeilten Anti-Stress-Programm in Ihrer Fischanlage haben, stehe ich Ihnen mit pet-expertise gerne zur Verfügung. Gemeinsam analysieren wir Ihre Anlagen und finden individuelle Lösungen für Sie.

Fische – Stress erkennen

Im letzten Blog-Beitrag ging es darum, was Stress für Fische bedeutet. Für uns ist es aber sehr wichtig, Stress bei Fischen erst einmal zu erkennen und damit den Kunden vermitteln zu können, wie sie Stressanzeichen bei ihren Tieren zuhause erkennen. Dies schafft die Grundlage für einen gesunden Fischbesatz und der Aquarianer kann sein Hobby unbeschwert genießen.

Bei folgenden Anzeichen lohnt es sich besonders, nach Ursachen für Stress zu forschen. Diese Fragen eignen sich auch für Ihr Kundengespräch, wenn Sie wissen möchten, ob Stress die Ursache für Probleme im Kundenaquarium sein könnte.

  • Erscheinen die  Fische deutlich hyperaktiv und aufgeregt oder im Gegenteil sehr ruhig und eher schon schläfrig?
  • Halten sich die Fische entgegen ihrer Gewohnheit an ungewöhnlichen Stellen im Aquarium auf (auffällig an der Oberfläche oder am Boden)?
  • Klemmen die Fische die Flossen?
  • Versuchen die Fische, aus dem Wasser zu springen?
  • Scheuern sich die Fische an Oberflächen im Aquarium? (Dazu ist eine etwas längere genaue Beobachtung nötig)
  • Haben die Fische einen veränderten Appetit? Nehmen sie mehr oder weniger Futter als gewöhnlich auf?
  • Zeigt sich ein Gewichtsverlust oder eine Veränderung der Körperform?
  • Sind Farbveränderungen zu beobachten (Ist die Körperoberfläche zum Beispiel blasser oder sind dunklere Stellen erkennbar)?
  • Erscheint die Hautoberfläche einheitlich glatt oder sind Verletzungen oder Unebenheiten zu erkennen?
  • Sind Fische erkrankt oder gestorben? Wie viele und welche?

Manchmal tun sich die Kunden schwer, Auffälligkeiten in eigene Worte zu fassen. Oder sie wissen nicht, auf welche Beobachtungen es ankommt. Mit Fragen wie den oben genannten können sie in der Regel gut helfen und sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Niemals vergessen: Stress ist bei Aquarienfischen nach wie vor die Nummer Eins unter den Todesursachen!

Stress – Todesursache Nummer 1 im Aquarium

Todesursache Nummer Eins in den Aquarien dieser Welt – auch im Handel – ist nicht etwa eine ominöse gemeine Erkrankung, sondern schlicht und ergreifend… Stress.

Stress – das Wort wird in unserem Sprachgebrauch sehr schnell verwendet, insbesondere wenn es um Terminflut, Arbeitsabläufe und psychischen Druck geht. Und zunehmend spricht man auch von Stress bei Tieren. Doch von was genau sprechen wir in diesem Zusammenhang?

Stress ist zunächst eine unspezifische Reaktion des Organismus auf jede übermäßige Belastung. Und bei Zierfischen kommt diese Belastung in erster Linie durch Handling, Transport oder abweichende Wasserwerte zustande.

Zunächst wird der Körper in einen Alarmzustand versetzt, der ihn auf eine schnelle Reaktion (Flucht oder Kampf) einstellt.

Dabei werden andere Körperfunktionen zugunsten der lebensrettenden schnellen Reaktion vernachlässigt.

Nach einer Weile bemüht sich der Körper, das physiologische Gleichgewicht wieder herzustellen, sich also zu erholen. Dies dauert bereits nach einer sehr kurzen Störung mehrere Stunden!

Grundsätzlich kann sich ein Fisch an dauerhaft veränderte Bedingungen über einen längeren Zeitraum anpassen, wenn auch verbunden mit Einbußen in der Vitalität. Das bedeutet möglicherweise gestörtes Wachstum, Verluste in der Fortpflanzung und eine verminderte Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Für die Anpassung, welche etwa 4 bis 6 Wochen dauert, wird sehr viel Energie verbraucht, die dem Körper an anderer Stelle fehlt. Klar, dass in der Zeit der Körper geschwächt ist und damit besonders anfällig für Krankheiten wird.

Noch schlimmer sind sich ständig ändernde Bedingungen oder dauerhaft vorhandene Stressauslöser. Sie können den Fisch sehr viel Energie kosten und eine lebensbedrohliche Situation hervorrufen.

Damit dürfte einmal mehr klar sein, wie wichtig es ist, den Tieren in Aquarium und Teich dauerhaft bestmögliche Umweltbedingungen zu schaffen.

Übrigens: ein amerikanisches Forscherteam hat in einer Untersuchung gemessen, dass ein Fisch, der einmal für 10 Sekunden mit dem Netz außerhalb des Wassers gehalten wurde, über 30 Tage (!) erhöhte Stresswerte im Blut aufwies! Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, was in Ihrer Anlage für die Fische optimiert werden kann!