C wie Chamäleon - Teil 1

ChamäleonSie sind ech­te Publi­kums­lieb­lin­ge und tau­chen in der Wer­bung immer wie­der als Sym­pa­thie­trä­ger auf, eben­so wie in Kino­fil­men: Cha­mä­le­ons. Klar, dass sie der Traum vie­ler Ter­ra­ri­en­in­ter­es­sen­ten sind.

Pet-exper­ti­se infor­miert hier und in kom­men­den Blog­bei­trä­gen, was es bei der Bera­tung im Zoo­fach­han­del zu beach­ten gibt.Gleich vor­weg sei zu sagen: Nach wie vor gel­ten ledig­lich das Jemen­cha­mä­le­on und (unter gro­ßem Vor­be­halt) even­tu­ell noch das Pan­ther­cha­mä­le­on als geeig­net für die Heim­tier­hal­tung. Aus die­sem Grun­de beschrän­ken wir uns hier auf das Jemen­cha­mä­le­on, Cha­maeleo calyp­t­ra­tus. Es soll­te die Art sein, die im Zoo­fach­han­del gezeigt wird, wenn man Cha­mä­le­ons ver­mit­teln möch­te.

Auch wenn es ganz vie­le ande­re Arten gibt, deren Pfle­ge ver­lo­ckend erscheint - hier soll­te auf das „Klein­ge­druck­te“ in der Fach­li­te­ra­tur geach­tet wer­den. Dabei wird man schnell fest­stel­len, dass die erfor­der­li­chen Kli­ma­be­din­gun­gen für die Tie­re in Gefan­gen­schaft äußerst schwer bis gar nicht dar­stell­bar sind. Unse­rer Mei­nung nach zeigt sich Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein im Zoo­fach­han­del auch bei der Aus­wahl geeig­ne­ter Tie­re für die Kun­den.

Was geben wir dem neu­en Cha­mä­le­on­hal­ter nun - neben den übli­chen Hal­tungs­pa­ra­me­tern - an Infor­ma­ti­on mit?

  • Der Hal­ter muss sich dar­auf ein­stel­len, dass ein Groß­teil sei­nes Bud­gets für die Beleuch­tung ver­wen­det wer­den wird. Eine Licht­quel­le mit aus­rei­chen­der Hel­lig­keit, star­ker UVB-Emis­si­on und aus­rei­chen­der Wär­me­ent­wick­lung inklu­si­ve tech­ni­schem Zube­hör ist erfor­der­lich. Und dar­an darf beson­ders bei Cha­mä­le­ons nie­mals gespart wer­den. Die Tie­re sind tagak­tiv und benö­ti­gen viel Licht und viel UVB. Nur so kön­nen die häu­figs­ten Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen ver­mie­den wer­den.
  • Es soll­te ent­we­der ein Schutz­korb um die Lam­pe her­um ange­bracht sein oder es wird dar­auf geach­tet, dass die Sitz­ge­le­gen­hei­ten für die Tie­re so weit von der Lam­pe ent­fernt sind, dass das Cha­mä­le­on sich dort nicht ver­bren­nen kann. Da man­che Tie­re ech­te Klet­ter- und Ver­ren­kungs­künst­ler sind, rate ich zu der Korb­me­tho­de, um auf Num­mer sicher zu gehen. Lei­der wer­den in der Pra­xis immer noch häu­fig Haut­ver­bren­nun­gen gese­hen.
  • Je nach­dem, wie groß das Tier beim Ver­kauf ist, muss ein Über­gangs­ter­ra­ri­um erwor­ben wer­den. Wenn die Tie­re aus­ge­wach­sen sind, kann dann das End­ter­ra­ri­um bezo­gen wer­den. Die­ses soll­te schon etwa 120x75x120 cm mes­sen, ger­ne auch grö­ßer, ins­be­son­de­re höher, da die Tie­re Baum­be­woh­ner sind. Noch wich­ti­ger als die genau­en Abmes­sun­gen ist eine für die Tie­re maxi­mal nutz­ba­re Ein­rich­tung:
  • Vie­le Äste, am bes­ten vie­le davon mög­lichst waag­recht, und Blät­ter u.ä. sind für die Tie­re ein Wohl­fühl­fak­tor. Auch Rück- und Sei­ten­wän­de des Ter­ra­ri­ums sind idea­ler­wei­se ver­klei­det. So füh­len sich die Tie­re geschütz­ter und haben weni­ger Stress.
  • Gene­rell soll­te der Stand­ort für das Ter­ra­ri­um ein eher ruhi­ge­rer Platz ohne viel bun­tes Trei­ben drum­her­um sein.
  • Es kön­nen Erkran­kun­gen ent­ste­hen, wenn die Tie­re nicht genü­gend Was­ser auf­neh­men. Da die Tie­re nor­ma­ler­wei­se Tau­trop­fen auf­le­cken, muss das Was­ser als Trop­fen gereicht wer­den. Hier­zu gibt es spe­zi­el­le Tropf­en­trän­ken, Pipet­ten, Bereg­nungs­me­cha­nis­men und natür­lich kann das Was­ser auf Ter­ra­ri­en­schei­ben und Pflan­zen gesprüht wer­den. Die Tie­re lecken dann die Trop­fen auf.

Natür­lich gibt es noch sehr viel mehr zu berich­ten, daher wird sich der nächs­te Ter­r­aris­tik-Blog­bei­trag eben­falls mit der Hal­tung von Jemen­cha­mä­le­ons befas­sen.