B wie Boa constrictor

Sie gehört zu den beliebtesten Riesenschlagen und dabei zu den relativ unkompliziert zu haltenden Arten. Dabei darf man die Boa constrictors nicht über einen Kamm scheren – es gibt viele verschiedene Unterarten. Diese unterscheiden sich nicht nur im Herkunftsgebiet, sondern auch in der zu erwartenden Endgröße. Für den Zoofachhandel empfehlen sich die kleiner bleibenden Arten. Das bedeutet in vielen Fällen immer noch eine Größe der Tiere um die 2 Meter. Dazu gehören in der Regel die Vertreter der Art Boa constrictor imperator, auf deutsch Kaiserboa.

Generell sollten Sie sich bei Ihrem Züchter oder Großhändler aufgrund der zu erwartenden Vielfalt immer erkundigen, zu welcher Unterart aus welchem Herkunftsgebiet die gelieferten Tiere genau stammen.

Die Tiere leben in freier Wildbahn in Mexiko und Südamerika, sie bewohnen Habitate vom tropischen Regenwald bis hinein in Halbwüsten. Dass sie von 0 Meter bis 1.000 Meter über dem Meeresspiegel vorkommen, zeigt schon, dass es nicht „die“ Boa constrictor gibt.

Das Terrarium für diese Schlangen in ausgewachsener Form sollte mindestens etwa 150 x 100 x 150 cm groß sein, gerne auch größer. Bei der Ausstattung sollte beachtet werden, dass es mehrere Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere gibt. Man bedenke, dass sie dämmerungs- und nachtaktiv sind und dementsprechend tagsüber zurückgezogen leben. Diese Möglichkeit muss ihnen der Halter auch geben!

Die Temperatur am Boden sollte zwischen 26 und 28 Grad Celsius liegen, an einem Sonnenspot bis zu 35 Grad. Nachts sollte die Temperatur etwas absinken, nicht jedoch unter 22 Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60 und 80 Prozent, bis hin zu 90 Prozent.

Entgegen der allgemeinen Annahme, nacht- und dämmerungsaktive Schlangen benötigten kein UV-Licht, berichten einige Halter, dass sie dennoch Licht mit UV-Anteil anbieten. Dabei handelt es sich sicher um keinen Fehler. Doch das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag. Fakt ist, dass mittels der Beleuchtung ein Tag-Nacht-Rhythmus gegeben sein muss.

Grundsätzlich gilt in jedem Terrarium: es soll einen Temperatur- und Feuchtegradienten innerhalb des Terrariums geben, innerhalb dessen sich die Tiere die gewünschten Parameter selbst aussuchen können.

Als Bodengrund sind allgemein Kleintiereinstreu oder Buchenspäne geeignet, auch Streu auf Hanfbasis wird gerne genommen. Sphagnum Moos kann verwendet werden, auch weil es hilft, die Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten.

Da die Tiere besonders als Jungtiere viel klettern, sollten stabile Äste zur Verfügung stehen, die kipp-sicher angebracht werden. Alternativ empfehlen sich Ebenen im Terrarium, die auch von größeren Tieren zum Liegen genutzt werden können – denn echte „Kletterkünstler“ sind die erwachsenen Schlangen nicht.

Essentiell ist ein großes Wasserbecken! Darin müssen die Tiere, welche auch in der Natur in der Regel immer in der Nähe von Gewässern leben, auch gut baden können. Das Wasser muss täglich gewechselt werden und das Becken gereinigt werden. Daher sollte die Schale gut beweglich und handelbar sein. Auch zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit empfiehlt sich eine möglichst große Wasseroberfläche.

Jedem Kunden sei geraten, sich den Kauf einer Boa constrictor imperator gut zu überlegen. Die Tiere können über 20 Jahre alt werden und müssen in dieser Zeit ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt werden. Dazu gehört auch das Verfüttern von Tieren wie Mäusen und Ratten und evtl. noch größeren Kleinsäugern. Die meisten Boas lassen sich zwar mit toten Tieren füttern, aber auch das muss man gewohnt sein…

Nichtsdestotrotz – wenn ein Kunde sich bewusst für eine Riesenschlange entscheiden möchte, ist die Boa constrictor imperator ein gut geeigneter Kandidat.

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