B wie Blinddarmkot

Im Zoo­fach­han­del ist es weit­hin bekannt: Kanin­chen fres­sen einen Teil ihres Kotes direkt wie­der. Dabei besteht kein Grund zur Sor­ge. Es han­delt sich um einen ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch wich­ti­gen Vor­gang.

Aber wie war das doch gleich wie­der mit dem soge­nann­ten „Blind­darm­kot“? Wozu ist er gut?

Die natür­li­che Ernäh­rung von Kanin­chen ist rela­tiv karg. Das Fut­ter ent­hält viel Roh­fa­ser und rela­tiv wenig Nähr­stof­fe. Die Roh­fa­ser ist für den Orga­nis­mus nicht ver­wert­bar.

Erst im Blind­darm der Kanin­chen leben Bak­te­ri­en, wel­che die Roh­fa­ser ver­dau­en kön­nen. Sie bil­den dar­aus ver­wert­ba­re Koh­len­hy­dra­te, Fett­säu­ren und Vit­ami­ne. Die­se Pro­duk­te kön­nen jedoch in den hin­te­ren Darm­ab­schnit­ten des Kanin­chens nicht mehr vom Kör­per auf­ge­nom­men wer­den. Daher wer­den sie zunächst in Form des Blind­darm­ko­tes aus­ge­schie­den. Die­sen erken­nen Kanin­chen­be­sit­zer ganz leicht, da er nicht aus ein­zel­nen Kugeln besteht wie der nor­ma­le Kot der Tie­re, son­dern aus zusam­men­ge­kleb­ten klei­ne­ren Kügel­chen, in der Form ähn­lich einer Wein­trau­be. Drum­rum ist eine Schleim­schicht gehüllt. Die­ser Kot ist etwas wei­cher als der nor­ma­le Kot der Tie­re, er riecht auch inten­si­ver, trotz­dem darf er nicht mit Durch­fall ver­wech­selt wer­den.

Nor­ma­ler­wei­se sieht man den Blind­darm­kot gar nicht. Die Tie­re fres­sen ihn direkt vom After weg wie­der auf. So kön­nen die neu gewon­ne­nen Nähr­stof­fe, ins­be­son­de­re auch die ent­hal­te­nen B-Vit­ami­ne, bei der zwei­ten Darm­pas­sa­ge im Dünn­darm auf­ge­nom­men und für den Kör­per ver­wert­bar gemacht wer­den.

Sieht man den Blind­darm­kot doch her­um­lie­gen, so gilt Vor­sicht: Mög­li­cher­wei­se kann ein Tier den Kot nicht auf­neh­men. Hin­ter­grund könn­ten Zahn­pro­ble­me oder wei­te­re Ursa­chen sein. Sehr dicke Kanin­chen oder gar Kanin­chen mit Arthro­se sind mög­li­cher­wei­se nicht beweg­lich genug, die wich­ti­gen Nähr­stof­fe auf­zu­neh­men. Auch Stress führt unter Umstän­den dazu, dass die Tie­re „kei­ne Zeit“ haben, den Kot wie­der auf­zu­neh­men.

Bleibt der Kot am After hän­gen und ver­klebt das Fell, ist dies ein Warn­zei­chen für eine Ver­dau­ungs­stö­rung, wie sie auch durch Hefepil­ze im Darm her­vor­ge­ru­fen wer­den kann. Dann soll­te der Tier­arzt hin­zu­ge­zo­gen wer­den, um eine Ver­schlim­me­rung des Zustan­des zu ver­mei­den.