D wie Degu

deguSie gehö­ren zu den Stars unter den Klein­säu­gern - weil bei Ihnen immer was los ist. Zur Hal­tung der pos­sier­li­chen Tie­re sind eini­ge Beson­der­hei­ten wis­sens­wert für Ihre Kun­den. Und es gibt auch Neu­es zu ver­mel­den.

Wenn ich mit Markt­mit­ar­bei­tern die Bera­tung zum The­ma „Degus“ erör­te­re, wer­den meist fol­gen­de Punk­te als Grund­la­gen der Bera­tung ange­se­hen:

  • Degus sind tagak­ti­ve, sehr sozia­le und sehr akti­ve, dabei auch nage­freu­di­ge Tie­re. Dem soll­te die Unter­kunft Rech­nung tra­gen - sta­bi­le Mate­ria­li­en und ein gro­ßer Käfig sind hier gefragt.
  • Die Tie­re sind sehr bewe­gungs­ak­tiv und neu­gie­rig. Sie klet­tern ger­ne. Abwechs­lung muss immer wie­der gebo­ten wer­den.
  • Grup­pen­hal­tung ist ein Muss.
  • Degus nei­gen zur Ent­wick­lung eines Dia­be­tes mel­li­tus (Zucker­krank­heit). Daher muss auf zucker­hal­ti­ges Fut­ter wie Obst oder stär­ke­hal­ti­ge Kör­ner ver­zich­tet wer­den. Geeig­net zur Ernäh­rung von Degus sind hoch­wer­ti­ges Heu, fri­sche und getrock­ne­te Kräu­ter, getrock­ne­te Blü­ten und Tro­cken­ge­mü­se.
  • Degus benö­ti­gen ein Sand­bad zur Fell­pfle­ge. Sie nut­zen es aber auch zur Duft­mar­kie­rung und damit in der sozia­len Inter­ak­ti­on mit Art­ge­nos­sen.
  • Degus dür­fen NIEMALS am Schwanz fest­ge­hal­ten oder hoch­ge­ho­ben wer­den, da die Haut hier sehr emp­find­lich ist und leicht reißt.

Das ist alles rich­tig und muss sei­nen Platz in der Bera­tung fin­den.

Wei­te­re wich­ti­ge Aspek­te in der Bera­tung könn­ten sein:

  • Degus ver­fü­gen über eine noch bes­se­re Mög­lich­keit der Ver­dau­ung von Roh­fa­ser (zum Bei­spiel aus Heu) als Kanin­chen. Es wird berich­tet, dass sie auch Tei­le ihres eige­nen Kots auf­neh­men („Kopro­pha­gie“) - und zwar in deut­lich höhe­rem Aus­maß als Kanin­chen. Kein Anlass zur Sor­ge also.
  • Inter­es­san­ter­wei­se wer­den in Tier­arzt­pra­xen sehr vie­le Degus nicht etwa wegen der Zucker­krank­heit vor­ge­stellt. Aller­dings han­delt es sich auch um ernäh­rungs­be­ding­te Pro­ble­ma­ti­ken, die auf Platz 1 der Degu­krank­hei­ten ste­hen: es sind Zahn­pro­ble­me! Die­se kom­men zustan­de, wenn die Tie­re nicht genü­gend Nage­mög­lich­kei­ten haben oder wenn der Mine­ral­stoff­haus­halt nicht aus­ge­wo­gen ist. Auch bei Degus wach­sen die Zäh­ne lebens­lang nach. Daher ist Rau­h­fut­ter wie Heu und Kräu­ter genau­so wich­tig wie bei Kanin­chen beschrie­ben - die Tie­re sol­len mög­lichst lang kau­en, um die Zäh­ne abzu­nut­zen. Außer­dem dient die­se Ernäh­rung der ganz natür­li­chen Beschäf­ti­gung und beugt Ver­hal­tens­pro­ble­men vor.

Pet-exper­ti­se wünscht viel Erfolg bei den nächs­ten Degu-Bera­tun­gen!

(Foto: © Oleg Kozlov - Fotolia.com)